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Das Färben von Kunstleder in der Werkstatt


  • Kunstleder sollte man nur dann selber einfärben, wenn man über die entsprechende Lackiererfahrung verfügt und eine dafür ausgestattete Werkstatt zur Verfügung hat (Sprühpistolen, Absauganlage, Atemschutz usw.).
  • Umfärbungen sind aufwändiger, weil alle Falten und Vertiefungen gründlich mitgefärbt werden müssen.

Besonderheiten bei Umfärbungen


Grundsätzlich ist die Umfärbung von Kunstleder möglich. Man muss nur beachten, dass die Färbung oberflächlich erfolgt und Kunstleder bei hoher Belastung (viele Kilometer oder häufiges Ein- und Aussteigen) mit der Zeit Verschleißspuren bekommt oder die Farbe in den Knickfalten bricht. In diesen Bereichen wird man dann den alten Farbton darunter sehen. Solche Stellen lassen sich dann aber nachtönen. Bei Kunstledern dringt die Farbe nicht ein. Daher verhalten sich Umfärbungen im Belastungsbereich sensibler. Eine gründliche Vorarbeit (Reinigung mit Lösungsmittel und Anschleifen) sind sehr wichtig!

Bei Kunstledern, die noch stark strapaziert werden, sollte man daher genau überlegen, ob nicht doch ein Neubezug besser ist. Bei weniger belasteten Flächen (Kopfstützen, Seitenverkleidungen, Rücksitzbänken, Oldtimern etc.) ist die Umfärbung auf jeden Fall überlegenswert. Von Umfärbungen raten wir auch bei Motorradkombis, Motorradsätteln, Reitsätteln und Bootsledern ab. Die Belastung (Nässe, Kälte, Wärme und Reibung) ist für diesen Einsatzzweck zu hoch.

Starke Farbänderungen, insbesondere von dunkel auf hell (z.B. von schwarz auf weiß oder rot), bedeutet ein starker Farbauftrag. Das beeinträchtigt die Natürlichkeit des Griffes des Leders. Es wird "plastikartiger".

Umfärbungen auf rot oder gelb sind besonders schwierig und bei dunkleren Untergründen nicht empfehlenswert. Die Deckkraft dieser Farben ist nicht sehr stark und die dunklere Farbe schimmert immer durch. Dadurch müssen viele Schichten aufgetragen werden, die das Leder "plastikartig" machen. Man kann die rote oder gelbe Farbe dann erst mal mit einer Mischung aus 80% weiß und der eigentlichen Farbe vorfärben, um die Gesamtschichtstärken zu reduzieren. Gemischt mit weiß ist die Deckkraft besser. Trotzdem ist das auch nur eine Kompromisslösung.

Bei neuen Kunstledern können auch Fehler gemacht werden. Häufig werden neue Kunstleder vor der Färbung nicht gründlich genug mit Lösungsmittelreiniger gesäubert und auch nicht angeschliffen. "Das Material ist ja neu und sauber". Aber neue Kunstleder sind meist schmutzabweisend behandelt. Das mindert die Farbhaftung. Also müssen neue Kunstleder genauso intensiv gereinigt (Farbe am Lappen sichtbar) und angeschliffen werden wie alte Kunstleder.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Sie können die Arbeiten bei Lackiererfahrung selber durchführen oder von einer Fachfirma machen lassen. Selber machen spart bei umfangreichen Arbeiten Geld. Bei kleineren Objekten ist die Fachfirma manchmal preiswerter als die Materialkosten (wegen der Mindestmengen).

Wo kommen Sie her? Evtl. ist eine Fachfirma in Ihrer Nähe, um Ihnen ein Angebot zu machen.

Spraydosenfarben kommen in diesem Fall nicht in Frage, da die Farben aus der Dose gut für Schuhe oder Lenkräder sind, aber nicht für Polster. Dafür sind die Farben zu plastikartig und zu glänzend. Sollten die Teile aber nicht matt oder aus glänzendem Kunstleder sein, wäre diese Möglichkeit auch noch offen.

Fresh kommt nicht in Frage, weil die Tönung nicht genug Deckkraft hat und nur zum Retuschieren gedacht ist.

Die Reinigung

Lederpflege

  1. Die Polster und Verkleidungen – soweit möglich – auseinander bauen.
  2. Das Leder mit einem Staubsauger absaugen oder mit Druckluft abpusten. Druckluft ist besser zur Reinigung von Kederkanten und Falten geeignet. Nähte und Keder mit einer weichen Bürste entstauben.
  3. Sichtbar schmutzige Leder mit COLOURLOCK Kunstleder Reiniger vorsäubern. Verschmutzung in der Narbung mit der COLOURLOCK Leder Reinigungsbürste lösen.
  4. Vorgereinigte, aber auch saubere Oberflächen immer mit COLOURLOCK GLD-Lösung gründlich säubern und abreiben. Die Oberfläche wird dadurch stumpfer und leicht klebrig und für eine optimale Farbhaftung vorbereitet.
  5. Glatte Hartplastik-Teile, die mit GLD alleine nicht klebrig werden, zusätzlich vor der Färbung mit Kunststoff Grundierung dünn einsprühen. Die Kunststoff Grundierung erzeugt eine starke Klebrigkeit und optimiert die Farbhaftung. Bitte nur dünn einnebeln und, bevor die Klebrigkeit verschwunden ist, die Lederfarbe auftragen.

Reparaturen


  1. Aufgeraute oder brüchige Lederoberflächen mit dem COLOURLOCK Schleifpad vorsichtig glätten und wieder trocken entstauben.
  2. Bei Rissen die Kanten mit Lederkleber zusammenkleben. Kleinere Brüche und Risse mit COLOURLOCK Filler füllen. Den Filler von alleine trocknen lassen und gegebenenfalls Vorgang wiederholen. Tiefere oder größere Risse und Löcher mit entsprechenden Spachtelmassen aus dem Fachhandel reparieren.

Das Färben

Lederpflege

  1. Die Lederfarbe vor dem Einfüllen in die Pistole filtern und in die Gebrauchsmenge 5 - 10 Prozent Vernetzer IC2 gut einrühren. (3% bei weichen Kunstledern, 5% bei harten Kunststoffoberflächen). Die Farbe mit niedrigem Druck (ca. 2 bar) im Kreuzspritzverfahren auftragen. Nicht so dick, dass sich ‘Nasen‘ bilden. Dünn und in mehreren Schichten (zwischendurch mit Fön trocknen) auftragen, bis die Oberfläche gleichmäßig eingefärbt ist. Dicke Farbschichten beeinträchtigen den Griff und die Stabilität der Färbung. Falten und Kederkanten auseinander ziehen und immer zuerst bearbeiten. Bei allen Sprühvorgängen Atemschutz tragen und für Abluft sorgen.
  2. COLOURLOCK Top Coat mit 3% COLOURLOCK Vernetzer IC2 (gut einrühren!) dünn über die getrocknete Farbe sprühen und mit dem Heißluftfön trocknen. Den Top Coat auch vorher filtern. Vorgang ggf. wiederholen. Nur so viel Top Coat mit Vernetzer vermengen, wie auch in 4 Stunden verbraucht wird. Der Vernetzer ist reaktiv und darf auch nicht mit Wasser in Kontakt geraten. Von der Haut und den Augen fern halten und schützen!
  3. Grundierung, Farbe und Top Coat können alle mit einem Heißluftfön getrocknet werden, und die Schritte sollen zeitnah hintereinander durchgeführt werden, damit sich die noch frischen Schichten gut verbinden.
  4. Im Laufe der Bearbeitung raue Stellen mit dem 4000er Polier-Pad glatt schleifen. Anschließend – wenn nötig – nochmals Farbe oder nur Top Coat auftragen.
  5. Nach 24 Std. sollte zur Sicherheit ein Reibtest mit einem feuchten Lappen auf den Gebrauchsflächen gemacht werden, um zu prüfen, ob die Oberfläche ausreichend mit Top Coat behandelt wurde. Bei Farbabrieb sollte das Leder nochmals mit Top Coat nachbehandelt werden.
  6. Anschließend die Oberfläche mit COLOURLOCK Kunstleder Protector dünn pflegen. Dadurch wird die Oberfläche zusätzlich gegen Abrieb und Kratzer geschützt.

Benötigte Mengen und Preise für eine komplette Garnitur (inkl. MwSt.)


COLOURLOCK Kunstleder Reiniger (Schaumspenderflasche) 200 ml 18,00 €
COLOURLOCK Leder Reinigungsbürste 1 Stück 4,00 €
COLOURLOCK GLD 1 Liter 31,50 €
COLOURLOCK Leder Schleifpad 1 Stück 4,00 €
COLOURLOCK Filler 1 Tube 7 ml 18,25 €
COLOURLOCK 4000er Polier-Pad 1 Stück 5,00 €
Kunststoff Grundierung (Aerosol) 400 ml 22,50 €
COLOURLOCK Glattleder Farbe 2 Liter
(Preis pro Liter!)
36,75 €
COLOURLOCK Aufpreis für Anmischung nach Farbmuster oder Farbkarte   31,00 €
COLOURLOCK FarbfilterSet 10 Stück
(Preis pro Filter!)
5,25 €
COLOURLOCK Top Coat Auto/Möbel/Kunstleder 1 Liter 31,50 €
COLOURLOCK Vernetzer IC2 100 ml 31,50 €
COLOURLOCK Kunstleder Protector 150 ml 15,50 €

Bei Fragen zur Anwendung können Sie jederzeit bei uns anrufen.
Wir helfen Ihnen gerne. Tel. (0551) 770 730 - Mo. – Fr. 9:00 – 17:00 Uhr



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