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Lederpflege

Striche und Flecken durch Tinte und Kugelschreiber

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Bei der Entfernung von Kugelschreiberstrichen, Strichen anderer Stifte, Tintenflecken und anderen Flecken ist die richtige Identifizierung der Lederart wichtig. Durch eine falsche Reinigungsmethode kann ein Schaden schnell vergrößert werden. Wir unterscheiden folgende Lederarten bei der Reinigung von Flecken und Strichen:

Pigmentierte Glattleder: Pigmentierte Glattleder sind Leder mit einer Farbschicht auf der Oberfläche. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht nicht ins Leder ein, sondern perlt ab. Pigmentierte Glattleder sind i. d. R. seidenmatt und haben eine narbige Oberfläche.

Anilinleder: Anilinleder sind offenporige Glattleder. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht ein und dunkelt den angefeuchteten Bereich.

Rauleder: Rauleder haben eine velourartige Oberfläche. Nubukleder haben einen sehr feinen Flor. Velourleder haben einen stärkeren Flor; wie die Rückseite eines Leders.

PU-Leder: PU-Leder, auch Bycast Leder genannt, sind Spaltveloure, auf denen eine Polyurethanbeschichtung aufgetragen wurde, damit diese wie ein Glattleder aussehen. PU-Leder sind gut an ihrem Glanz und plastikartigem Griff erkennbar.


pigmentiertes Glattleder

offenporiges Anilinleder


Nubukleder

Velourleder

PU-Leder


Kugelschreiberstriche

Kugelschreiber auf pigmentierten Glattledern:

Kugelschreiberstriche auf Möbel- und KFZ-Ledern oder Kunstledern kommen relativ häufig vor. Leider sind diese aber nicht immer leicht entfernbar.

Folgendes ist zu beachten:

- Je frischer ein Kugelschreiberstrich bei der Bearbeitung ist, desto leichter ist die Entfernung. Kugelschreiberstriche, die drei Tage und älter sind, lassen sich nur mit Glück ohne farbliche Angleichung entfernen.

- Ganze Gemälde von Kindern lassen sich deutlich schwieriger entfernen als kurze Striche.

- Reinigungsversuche mit falschen Mitteln vergrößern häufig den Schaden.

Vorgehensweise:

- Sicherheitshalber sollte man immer zuerst an verdeckter Stelle einen Test machen. Am besten sogar einen Strich im verdeckten Bereich erzeugen und etwas kräftiger reinigen, um dann vorsichtig im Sichtbereich zu reinigen, wenn sich der Testbereich problemlos säubern ließ.

- Manche Kugelschreiber geben viel Tinte ab. Um ein Verreiben der Tinte auf größerer Fläche zu vermeiden, klebt man zuerst ein Kreppband (gelbliches Malerkreppband) auf den Strich auf und zieht es wieder ab. Solange eine Verfärbung am Kreppband sichtbar ist, wiederholt man den Vorgang. Überschüssige Tinte wird so am schonendsten entfernt.

- Danach reinigt man den Strich mit dem Kugelschreiber-Killer. Zuerst die Stiftspitze zwei- bis dreimal in den Stift drücken, bis diese mit der Reinigungsflüssigkeit getränkt ist.

- Danach mit wenig Druck in leicht kreisenden Bewegungen im kleinen Radius den Kugelschreiberstrich entfernen. Dabei wird zuerst der Strich durch die Anfeuchtung mit dem Reinigungsmittel kurz aufgeweicht.

- Zwischendurch angelöste Tinte immer sofort mit einem Lappen entfernen, um größere Flecken zu vermeiden und freie Sicht zu haben. Bei Bedarf auch die Stiftspitze mit dem Lappen abwischen, um angelöste Tinte abzunehmen. Die Spitze kann auch herausgezogen und umgekehrt wieder in den Stift gesteckt werden.

- Den Vorgang bei Bedarf wiederholen und den Druck etwas erhöhen.

- Ältere Striche lassen sich kaum entfernen, ohne die Lederfarbe mit anzulösen. In solchen Fällen müssen die Stellen mit Leder Fresh in passender Farbe farblich wieder angeglichen werden. Eine Vorreinigung ist aber immer nötig, um das Durchbluten der Kugelschreibertinte durch eine Farbauffrischung zu vermeiden.

- Gereinigte Bereiche nach der Säuberung mit Leder Versiegelung neu schützen.


Frische Kugelschreiberstriche lassen sich noch leicht entfernen.

Bei älteren Strichen reibt man schnell die Farbe des Leders mit ab.

Solche Stellen müssen dann mit Leder Fresh farblich angeglichen werden.

Kugelschreiber auf Anilinledern:

Anilinleder sind durch die Offenporigkeit sehr empfindlich, und Kugelschreibestriche sind meist ohne Hilfe eines Experten nicht zu entfernen. Das Risiko, den Schaden eher zu vergrößern, ist sehr hoch. Wie beim pigmentierten Glattleder sollte man zuerst einen Test im verdeckten Bereich machen, und auch die Verwendung des Kreppbandes ist richtig. Mehr kann aber nicht gemacht werden. Der Kugelschreiberentferner würde bei dieser Lederart den Schaden nur vergrößern und Leder Fresh kommt nur bei absolut einfarbigen Ledern in Frage. Daher lieber immer zuerst Rücksprache halten.

Kugelschreiber auf Rauledern:

Rauleder sind geschliffene Leder. Auch an verdeckter Stelle zuerst Tests machen und das Kreppband verwenden. Restflecken können bei grobem Flor dann noch mit dem Schleifpad oder dem Nubuk Radierer nachgearbeitet werden und bei einem leichten Flor mit den Nubuk Schwamm. Immer erst im verdeckten Bereich testen und nicht zu lange lokal an einer Stelle schleifen, um einen "Hof" um den Strich zu vermeiden. Lieber rechtzeitig aufgeben und evtl. einen verblassten Strich so belassen.





Kugelschreiber auf PU-Ledern:

PU-Leder sind meist dunkel, so dass Striche nicht so problematisch sind. Bei PU-Ledern besteht die Gefahr, dass durch die Reinigung die aufgeklebte Folie beschädigt wird. Diese Folie ist sehr empfindlich und kann nicht so ohne weiteres repariert werden. Daher sind Tests im verdeckten Bereich sehr wichtig, und es darf nie mit stärkerem Andruck gesäubert werden. Restflecken lieber belassen. Da diese Lederart i. d. R. mehrfarbig ist, kann auch nicht einfach mit Leder Fresh farblich angeglichen werden.



Striche durch Faserstifte, "Edding" oder andere Permanentstifte und Tintenflecken

Striche auf pigmentierten Glattledern:

Die Vorgehensweise ist wie bei Kugelschreiberstrichen. Beachten Sie die entsprechenden Empfehlungen. Bei "Strichen" ist der Kugelschreiberentferner die richtige Empfehlung. Bei verschmierten Strichen von Stiften verwenden Sie unsere GLD-Lösung für Bekleidungsabfärbungen. Restflecken müssen mit Leder Fresh farblich angeglichen werden. Nach einer Reinigung die behandelten Bereich mit der Leder Versiegelung neu schützen.

Striche auf Anilinledern:

Anilinleder sind durch die Offenporigkeit sehr empfindlich und "Bemalungen" meist ohne Hilfe eines Experten nicht entfernbar. Die Farbstoffe sinken ins Leder ein und können nicht "gereinigt" werden. Das Risiko, den Schaden eher zu vergrößern, ist sehr hoch. In solchen Fällen lieber Expertenrat einholen.

Striche auf Rauledern:

Wie bei den Anilinledern sinkt der Farbstoff in die Faser. Zwar kann je nach Grobheit des Flors bei grobem Flor mit dem Schleifpad oder Radierer und bei feinem Flor mit dem Nubuk Schwamm versucht werden, die Striche etwas zu mindern, aber insbesondere bei ausgeprägten Strichen sind die Chancen sehr schlecht. In solchen Fällen lieber Expertenrat einholen.

Striche auf PU-Ledern:

Da es sich bei der Beschichtung um eine geschlossene Folie handelt, lassen sich manche Striche wie bei pigmentierten Glattledern noch entfernen. Aber immer im verdeckten Bereich testen, ob die Folie beschädigt wird!

Tintenflecken:

Tintenflecken, die auf einem pigmentierten Glattleder sind, können mit Glück wie Striche von Stiften entfernt werden. Dabei ist die GLD-Lösung wie bei Bekleidungsabfärbungen die erste Wahl. Beachten Sie die entsprechende Anleitung. Tinte, die in das Leder schon eingezogen ist, kann häufig nicht "gereinigt" werden. Die Tinte wandert dann bei Glattledern auch durch Leder Fresh wieder nach oben. In solchen Fällen lieber Expertenrat einholen. Bei Rauledern gibt es fast gar keine Möglichkeiten. Auch die häufigen Tintenflecke durch ausgelaufene Stifte in Lederbekleidung sind meist nicht rettbar. Reinigungsversuche in Eigenregie sind da aussichtslos. Auch Experten können häufig nicht helfen.