Lohlöffel

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Lohlöffel zum Schälen der Eichenrinde. Foto: Kolling, Lizenz: GNU 1.2
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Lohlöffel zum Schälen der Eichenrinde. Foto: Kolling, Lizenz: GNU 1.2
Der Lohlöffel ist ein Werkzeug, das vor allem im Mittelalter der Gewinnung von Eichenrinde diente, um diese zur Lohgerbung einsetzen zu können. Er ist etwa 15 Zentimeter lang und besteht aus einer löffelförmigen Metallklinge, die an einem Holzgriff befestigt ist.

Es erforderte von den Handwerkern eine gewisse Fertigkeit, die Rinde so vom Baum zu lösen, daß dieser nicht nachhaltig geschädigt wurde: Meist wurde nach dem Abschlagen der Äste im Stammbereich zuerst ein zentraler vertikaler Schnitt geführt. Von dem Schnitt ausgehend wurde die Rinde vorsichtig von innen her abgeschält, so daß sie, soweit möglich, in einem Stück blieb. Um auch in der Krone arbeiten zu können, verwendete man eine sogenannte Lohleiter. Die Rindenröhren blieben zum Trocknen etwa eine Woche lang mit dem oberen Rand am Baum hängen, bevor sie schließlich ruckartig abgerissen und zu Lohbündeln von etwa 40 Kilogramm Gewicht zusammengeführt wurden.

Der Zeitraum im Jahresverlauf, in dem die Rinde am effizientesten geschält werden konnte, war eng begrenzt und lag zwischen dem 10. Mai und 15. Juni.

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