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Lederpflege

Reinigung und Pflege von Trachtenbekleidung

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Unter Trachtenbekleidung versteht man traditionelle, sämisch gegerbte Rauleder. Sämischgerbung ist eine Gerbung mit Fischtran und erzeugt ein gelbliches, geschmeidiges Leder. Diese werden dann oberflächlich grünlich oder bräunlich gefärbt und mit Stickereien und Hirschhornknöpfen versehen. Als Leder werden dicht strukturierte Wildfelle (Reh, Hirsch, Gams, Elch oder Ziege) verarbeitet.

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Preiswertere Ware wird aus chromgegerbtem Leder von Ziegen und anderen Tieren gefertigt. Die Behandlung ist dann aber identisch.

Trachtenbekleidung wird wie andere Leder entsprechend der Waschanleitung gereinigt. Wichtig ist bei Sämischledern, dass diese nicht über 35°C gereinigt werden dürfen. Das Leder ist temperaturempfindlicher als andere.

Bei Sämischledern sollte auch immer ein Fixativbad vor dem Waschen erfolgen.

Leder-Leinen-Kombinationen und Kombinationen mit anderen Außentextilien können problemlos gewaschen werden. Auch hier ist eine Fixativbehandlung vor dem Waschen notwendig.

Bei Kostümen immer alle Teile waschen, damit die Teile nach dem Waschen auch identisch aussehen.

Stark verspeckte Teile (Kragen, Bündchen, Revers) am Ende des Fixativbads mit etwas purem Waschkonzentrat vorsichtig durchrubbeln.

Nicht gut vernähte Knöpfe oder zu lose aufgenähte Applikationen müssen gesichert werden. Manchmal können Applikationen durch Umkrempeln geschützt werden. Sehr empfindliche Teile (z. B. alte oder instabile Hirschhornknöpfe) sollten per Hand gewaschen werden oder die Knöpfe sogar vor dem Waschen abgetrennt und danach wieder angenäht werden.



 
Die Behandlung von Felljacken und Mänteln

LederpflegeUnter „Fellbekleidung“ versteht man Jacken, Mäntel und Handschuhe, die außen Rauleder sind und innen gewachsenes Fell (Wollseite) haben. Solche „Pelzveloure“ wärmen besonders gut und sind daher eine sehr schöne Winterbekleidung. Preiswertere Ware hat innen ein Kunstfell.

Solche Bekleidungsstücke können wie alle anderen Leder problemlos mit Leder Waschkonzentrat in der Maschine gewaschen werden.

Schwere Mäntel sollten anfänglich liegend auf trockenen Handtüchern getrocknet werden, damit Kleiderbügel keine Beulen erzeugen. Damit solche Leder nicht die Form und Größe verlieren, müssen diese noch nass wiederholt per Hand lang gezogen werden, bis diese trocken sind. Man kann die noch leicht feuchte Bekleidung auch anziehen und dann dehnen. Am Ende das Leder im Trockner mit Kaltluft wieder aufwalken und aufbürsten.

 
Die Behandlung von Schafsfellen
LederpflegeSchafsfelle werden als ganze Felle zur Unterlage z.B. im Kinderwagen oder auf Sitzmöbeln verwendet, oder vernäht als Autositzbezüge oder auch als Pantoffeln.

Grundsätzlich lassen sich auch Lammfelle problemlos mit dem Leder Waschkonzentrat per Hand oder in der Maschine waschen. Aber nie über 30 °C!

Lammfelle mit rein weißer Rückseite haben manchmal eine auswaschbare Gerbung (Alaungerbung)! Daher bei weißer Rückseite immer erst (soweit möglich) ein kleines Stück wegschneiden und probewaschen. Schrumpft es und wird hart nach dem Trocknen, kann das Fell nicht gewaschen werden. Es gibt dann auch keine andere „Waschmethode“!

LederpflegeOft werden Lammfelle mit ungeeigneten Waschmitteln per Hand gewaschen. Das Leder ist danach verhärtet. Wenn es eine auswaschbare Gerbung war, dann ist das Teil nicht mehr zu retten. Wenn die Ursache in der Entfettung liegt, dann kann man solche Felle mit unserem Anilin Protector auf der Rückseite einsprühen und bei Kaltluft im Trockner walken. Durch die Rückfettung und Bewegung wird die verklebte Faser wieder beweglicher.